Großherzogtum Baden - Neckargemünd

Dieser schöne im Jahre 1630 erschienene Kupferstich Meriams zeigt uns das Städtchen Neckargemünd. Mit einen Teil der durch das Südtor (ganz oben) nach Wiesenbach weiterführenden Poststraße, wo sich im „Badischer Hof“ im 18.Jahrhundert eine Umspannstation mit 60 Pferde befand, die für die Poststrecke Heidelberg > Aglasterhausen > Neckarelz > Mosbach > Buchen > Walldürn > Würzburg bestimmt waren. Der Neckar sieht man unten und der Elzens geht nach rechts, wo man die überdachte Brücke Richtung Heidelberg wahrnimmt.

Neckargemünd war für die Post weniger wichtig als die Umspannstation in Wiesenbach und ist erst als Brief- und Fahrpostexpedition am Montag den 1. April 1839 errichtet worden (Verordnungsblatt 1839 Nº. 1475-S. 11) und mit dem Postamt Heidelberg und den Posthaltereien Sinsheim und Wiesenbach im Amtspaketschluß gesetzt.

Zum Bestellungsbezirk gehörten die Orten: Dilsberg, Gaiberg, Haag, Kleingemünd, Moosbrunn, Mückenloch, Rainbach, Schönbrunn, Waldhilsbach und Waldwimmersbach. Karl Hakmann wurde Postexpeditor in dieser Stadt, die im Jahr 1843 2.159 Einwohner hatte.

Bekannt sind ein Balken- oder Langstempel und ein Doppelkreisstempel in den Farben blau, rot und schwarz.

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Litho aus Neckargemünd 1896 für ein Fräulein in Straßburg.

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Litho aus Neckargemünd 1898 für ein Fräulein in Rastatt

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Litho vom Dilsberg 1899, adressiert an die fürstliche Hoheit die Fürstin von Sachsen-Weimar.

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Gasthof zum Ritter, um 1900 das Hotel/Restaurant zur Pfalz mit dem Besitzer H. Ette.
Erbaut 1579, renoviert 1919, abgebrannt Anfang 2000, Ruine für einen Euro an die Gemeinde verkauft und nachher blieb ein Loch in der Stadt bestehen. Viele Antiquitäten sind im Feuer geblieben und die Wiedererrichtung bleibt aus, Schade! Und eine Schande für die Stadt.

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17. August 1839 Frühes Schreiben als freie Dienstsache (D.S.) mit dem Langstempel in schwarzer Farbe frei nach Bonnfeld, zwischen Wimpfen und Fürfeld. Leitweg: Wiesenbach > Sinsheim > Bonnfeld.

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26. September 1846 Ein Schreiben aufgegeben in Waldwimmersbach, über Neckargemünd als freie Dienstsache mit dem Zweikreisstempel in blau, über Mauer nach Meckesheim, von dort nach Waldwimmersbach, im Bestellbezirk von Neckargemünd gelegen. Für die Strecke Meckesheim/Wimmersbach sind laut Großherzogliche Portotaxen vom . März 1839 zwei kreuzer vom Empfänger zu bezahlen

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4. Februar 1848 Postmeisterschein (eingedruckt mit Neckargemünd) für ein Schreiben nach Heidelberg, unterschrieben von Postexpeditor Hakmann.

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11. Juli 1850 Eine freie Dienstsache (f.D.S.) zum Bürgermeisteramt in Zuzenhausen bei Sinsheim. Mit rotem Stempelabdruck.

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8. May 1851 Die Freimarkenzeit hat angefangen und auch die Postscheine mussten von jetzt an Zentral eingekauft werden. Ein Paket von Neckargemünd, handschriftlich kaum lesbar, nach Reichardshausen. Die neue Fahrpost-Bestimmungen lauteten jetzt: vier Kreuzer Scheingebühr bei einer Sendung über 50 Gulden, oder bei einer Wertsendung über zwei Pfund. Vorher war die Gebühr zwei Kreuzer bei Fahrpostsendungen.

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15. Mai 1851 Eine Nachnahme über 11 Kreuzer, wovon 3 Kr. Porto nach Sulzbach, Amtsbezirk Mosbach mit dem schwarzen Doppelkreisstempel.

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31. Dezember 1852 Zeitungs-Konto, Verordnungsblätter und Regierungsblätter waren Postexpeditor-Sache. Die Bestellgebühr von 1 Gulden und 20 Kreuzer war einen Teil seine Verdienste.

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18. Dezember 1859 Zeitungs-Konto mit einem neuen Balkenstempel.

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20. März 1853 Drei Kreuzer (1b) Frankatur auf Nachnahme Portobrief bis 10 Meilen nach Schweinberg bei Hardheim. Das Jahr im Doppelkreis-Stempel ist ausgebalkt.

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15. April 1853 Neun Kreuzer (2b) Vereins-Porto für einen Fernbrief der dritte Portostufe nach Cartzow bei Spandau.

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28. Juni 1852 Neun Kreuzer (4a) Einzelfrankatur nach Catzow bei Spandau.

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Drei Kreuzer (6) bis 10 Meilen nach Wiesenbach.

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Sechs Kreuzer (6-2x) über 10 Meilen nach Bühl.

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23. November 1856 Neun Kreuzer (6-3x) Vereinsporto nach Kempten von dort nach Lindenberg im Allgäu bei Weiler. Der Brief lief erst nach Württemberg über Stuttgart, dann nach Kempten in Bayern, danach für die Strecke bis Lindenberg noch drei Kreuzer Landpost vom Empfänger zu zahlen.

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10. Februar 1860 Drei Kreuzer (8) + 1 Kreuzer Landpost von Lobenfeld nach Karlsruhe. Auf der Route von Waldwimmersbach mit Landpostnummer 6 nach Wiesenbach mit Nº 7 hat der Landpostbote diesen Brief im Empfang genommen und in Wiesenbach abgestempelt mit dem Uhrradstempel 7.

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21. Dezember 1861 Drei Kreuzer (9-3x) auf Nachnahme über 25 Kreuzer, wovon 3 Kr. Porto und 2 Kr. Provision für 20 bis 40 Kreuzer Nachnahme von Mückenloch nach Horrenberg, heute Dielheim bei Wiesloch. Das Porto ist zusammengestellt aus 1 Kr für Drucksachen, und zwei mal 1 Kr. Für Landpost von Mückenloch und nach Horrenberg.

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28. Oktober 1861 Vier Kreuzer (9-4x) drei Kreuzer Porto von Neckargemünd und einen Kreuzer Weiterfranko der Gerichtsbote in Mannheim.

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11. Juni 1861 Ein Kreuzer Freimarke (9) von Neckargemünd mit Strafporto 3+3 Kr. und für Gerichtsbote 1+1 Kr. Macht zusammen 8 Kreuzer.

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5. Februar 1862 Fünf Kreuzer (9-2x und 10b) von Kleingemünd Landposttaxe 1 Kr. nach Neckargemünd 3 Kr. Porto bis zehn Meilen nach Mosbach und Landposttaxe 1 Kr. nach Haßmersheim.

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23. August 1861 Schreiben von Neckargemünd mit 6 Kreuzer (11a) sog. Lachsrote Farbe über 10 Meilen nach Neckarsulm bei Heilbronn in Württemberg.

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22. November 1862 Neun Kreuzer (11b + 16) eine sehr seltene Mischfrankatur als Vereinsporto von Neckargemünd nach Emmerich am Rhein.

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21. November 1865 Neun Kreuzer (15a) Vereinsporto nach Bremen.

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15. September 1865: Ein freier Dienstbrief mit dem Zug Nº 4 nach Gaiberg im Kraichgau. Bis 1870 gab es nur sechs Kursstrecken-Stempel u.a. in Aglasterhausen, Jagstfeld, Meckesheim, Mosbach, Neckarelz, und Neckargemünd.

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1. Dezember 1865 Vier Kreuzer (17+18) Nachnahme von Neckargemünd mit Federzug entwertet von Waibstadt aus per Landpost nach Untergimpern.

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Beschluss vom Eisenbahnamt Heidelberg als Nachnahme mit 16 Kreuzer beschwert nach Portoanteil 3 Kr. Provision 1 Kr. (23+24).

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Am 8. April 1866 hat Neckargemünd einen neuen Doppelkreisstempel bekommen.

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17. Juli 1869 Ganzsache neun Kreuzer mit Zusatzfrankatur zweimal drei Kreuzer (24) über Straßburg nach Lyon. Drei Kreuzer ist das Porto unbegrenzt in Baden und ein Weiterfranko von 12 Kreuzer für die Strecke in Frankreich.

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3. März 1872 in der Reichspostzeit wurde noch immer der Doppelkreis-Stempel benutzt auf diesen Auslagen Brief nach Steinsfurt.

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26. November 1872 Deutsches Reich, Rekommandiertes Schreiben mit 10 Kreuzer (Mi.Nº 7 + 9-3x) frankiert, 3 Kr.+7 Kr. für Einschreiben nach Wiesenbach.

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27. September 1872 Deutsches Reich, Postkarte mit 2 Kreuzer frankiert nach Gernsbach.
Die Reichspost führte ab 1. Juli 1872 das verbilligte Porto von zwei Kreuzer (Mi.Nº 7) für das Inland ein.

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15. November 1874 Deutsches Reich, Frageteil vom Ganzsache (Mi.Nº P4F) von Neckargemünd nach Heidelberg.

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21. Juli 1948 Schreiben mit Kontrollrat 924 als Zehnfacher Mischfrankatur von Neckargemünd nach Heidelberg.

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Gedenkblatt 1000 Jahre Neckargemünd.